Kreisgruppe Mainz-Stadt

Sie entscheiden: Wie "öko" wird Ihr Weihnachtsbaum?

Blaufichte aus dem Ober-Olmer Wald  (BUND/A.Stevens)

Weihnachten ist für viele das wichtigste Fest im Jahr, und der Weihnachtsbaum gehört einfach dazu.

2019 kauften die Deutschen fast 30 Millionen Weihnachtsbäume, ca. 2,3 Millionen waren Importware. Die allermeisten dieser Bäume kommen aus Intensiv-Plantagen, in denen gespritzt und gedüngt wird, was das Zeug hält. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die Menschen, die den Baum in ihre Wohnung stellen: bei einem Test des BUND "wurde man bei 76 Prozent der analysierten Bäume fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden", und die werden beim Schmücken angefasst und dünsten in der gut geheizten Stube aus.

Welche Alternativen gibt es?

  • Kaufen Sie Ihren Baum direkt beim Förster:
    im Lennebergwald bekommen Sie Nordmanntannen aus dem Odenwald, alle anderen Arten sind aus dem Hunsrück. Die Bäume sind 10 - 15 Jahre alt und ökologisch unbedenklich.
    Weihnachtsbaumverkauf am 12.12.20 am Grünen Haus
  • Im Ober-Olmer Wald bekommen Sie Weihnachtsbäume ebenfalls direkt vom Förster, überwiegend Nordmanntannen, aber auch andere Arten. Die Bäume stammen aus den rheinhessischen Staatswäldern und dem Hunsrück.
    Weihnachtsbaumverkauf am Ober-Olmer Forsthaus
  • Baumschulen, Biohöfe, Gärtnereien sowie Baumärkte und Gartenmärkte bieten auch Weihnachtsbäume an - achten Sie hier auf die entsprechenden Bio-Siegel (z.B. Demeter, Naturland, Bioland) bzw. darauf, dass die Bäume FSC-zertifiziert sind.
    Robin Wood veröffentlicht jedes Jahr eine aktuelle Liste mit Bezugsquellen - hier werden Sie sicher fündig.

Da das Angebot an ökologisch angebauten Bäumen immer noch sehr gering ist, sollten Sie allerdings nicht zu lange warten mit dem Kauf!

Und wie schmücken Sie den Baum?

Weihnachtsstern aus Zeitungspapier  (BUND/A.Stevens)

Silberbeschichtete Christbaumkugeln, mit Acryl glasierte Schneemänner, Lametta aus Stanniol - die Liste weihnachtlicher Dekorationen, die als Sondermüll entsorgt  werden müssen, ist lang. Es gibt viele schöne Ideen, wie man den Baum stattdessen nachhaltig schmücken kann:

Dörrobst, selbstgebackene Lebkuchen oder Plätzchen (könnten nach dem Abbau des Baumes etwas hart geworden sein ...)

Päckchen aus Gewürzen, Kräutersäckchen

Christbaumkugeln aus mundgeblasenem Glas oder aus Pappe

selbst gebastelte Figuren aus natürlichen Materialien wie Stroh, Tannenzapfen, Nussschalen, Holz, Filz, Papier, Pappe oder Bienenwachs

Stoffreste zum Einpacken von kleinen Geschenkpäckchen, Stoffbänder für Schleifen

Zum Aufhängen eignet sich Bast oder Küchenzwirn.
Bewahren Sie den nicht essbaren Weihnachtsschmuck auf und verwenden Sie ihn jedes Jahr wieder!

Wenn Ihr Baum echte Kerzen haben soll, kaufen Sie am besten zertifizierte Bio-Kerzen. Dafür muss man leider ziemlich tief in die Tasche greifen, aber alle anderen Möglichkeiten sind problematisch. Kerzen mit RAL-Gütezeichen sind immerhin auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft.

Und wenn Sie Lichterketten nutzen, nehmen Sie bitte LED-Ketten, die Auswahl ist inzwischen wirklich groß. Aber auch die sollten natürlich nicht 24 Stunden am Tag brennen.

Wir wünschen Ihnen schöne Weihnachten!

Tipp:

Der Mainzer Umweltladen hat eine tolle Broschüre mit umweltfreundlichen Alternativen und Tipps rund um Weihnachten herausgegeben. Die gedruckte Version bekommen Sie im Mainzer Umweltladen (Steingasse 6, 55116 Mainz), als pdf können Sie die Boschüre hier herunterladen.