Kartierungsprojekt: Mainzer Amphibien und Reptilien
(Anja Rösner)
Wie steht es um die Amphibien und Reptilien in Mainz?
BUND Mainz führt erste Bestandserhebung seit 30 Jahren durch
Wen es nicht grauste, nach Kröten und Schlangen zu suchen, der war in den letzten drei Jahren bei der BUND-Kreisgruppe Mainz herzlich willkommen. Die Aktiven haben die Mainzer Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, im Stadtgebiet Reptilien und Amphibien (= Herpetofauna) zu suchen und zu dokumentieren. Die Ergebnisse aus drei Jahren Beobachtung zur Bestandssituation der Herpetofauna wurden in einem Bericht zusammengefasst und im Dezember 2025 veröffentlicht.
Jede zweite Amphibienart und mehr als zwei Drittel der Reptilienarten sind in Deutschland bestandsgefährdet (Rote Liste Deutschlands 2021). Für neun Amphibien- und sieben Reptilienarten hat Deutschland sogar eine besondere Verantwortung.
Frösche, Kröten und Molche leiden vor allem unter den zunehmend trocken-heißen Sommerhalbjahren. Oft trocknen schon im Mai die Laichgewässer aus und der Nachwuchs geht verloren. Aber auch der Verlust von Lebensräumen spielt eine entscheidende Rolle.
Die Projektleiter*innen der Studie, Dorothee und Dr. Stephan Kerbeck, schlagen daher vor, stehende Kleingewässer zu schaffen bzw. wiederherzustellen. Diese sollten mit etwas tiefer liegenden Rückzugszonen für die Trockenphasen ausgestattet sein. Dies könnte man beispielsweise im Gonsbachtal durchführen.
Besonders erschreckend ist der weitgehende Verlust der ehemals stabilen Zauneidechsenbestände. Die relativ kräftigen, aber behäbigen Eidechsen sind an vielen Standorten von einer kleineren, aber sehr vitalen und vermehrungsfreudigen Variante unserer heimischen Mauereidechse verdrängt worden.
“Der Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, gibt aber dennoch einen ordentlichen Überblick sowie Hinweise für den haupt- und ehrenamtlichen Naturschutz zum künftigen Umgang mit Amphibien und Reptilien in Mainz und deren Biotopen”, erläutern Dorothee und Dr. Stephan Kerbeck.
Download Bericht (pdf, 1045 kb)
Download Pressemitteilung (pdf, 188 kb)
Bestandssituation von Amphibien und Reptilien in der Stadt Mainz
1996 wurden 14 Arten (10 x Amphibien / 4 x Reptilien) auf dem Gebiet der Stadt Mainz nachgewiesen (Bitz et. al. für die GNOR). Seitdem ist keine weitere Erfassung mehr erfolgt. Insbesondere Reptilien und Amphibien reagieren sehr stark auf Umwelteinflüsse wie Klimawandel, Trockenheit, Zerschneidung von Lebensräumen sowie hormonell wirksame Chemikalien und Pestizide in Böden und Gewässern. Rückgänge als auch Verschiebungen im Artenspektrum deuten sich an.
Daher will die BUND-Kreisgruppe Mainz im Jahr 2024 neue Erkenntnisse über die Reptilien- und Amphibienvorkommen im Stadtgebiet gewinnen. Dies ist auch wichtig für die Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen.
Wir bitten alle, die Interesse an Fröschen, Kröten, Molchen, Eidechsen und Schlangen haben, um offene Augen und Ohren beim Spaziergang oder im eigenen Garten. Eine Anleitung zur Erfassung und Meldung finden Sie hier und unten als Downloadlink.
Für Fragen zur Erfassung oder für die Einweisung ins Kartieren melden Sie sich unter: mainz(at)bund-rlp.de
Bitte beachten: Bewegen Sie sich langsam und still durch die Natur und halten Sie Augen und Ohren offen. Nicht erlaubt ist das Nachstellen, Fangen oder Keschern von Tieren!