Kreisgruppe Mainz-Stadt

Einladung an die Presse/Presseinformation:

Wer kennt den symphatischen kleinen Kerl mit der Zorromaske? Wo lebt der Gartenschläfer aus der Familie der Bilche?

Der BUND Mainz engagiert sich im bundesweiten BUND-Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ und weiht zusammen mit Ortsbürgermeisterin Claudia Siebner zwei Informationsschilder auf dem Gelände der Alten Ziegelei ein.

Wir laden Sie herzlich zur Einweihung am Freitag, 9. Juli 2021 um 15 Uhr in die Alte Ziegelei in Mainz-Bretzenheim ein. Treffpunkt: Parkplatz am Eingang der Alten Ziegelei

Wie der bekanntere Siebenschläfer und die Haselmaus gehört der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) zu den Bilchen oder auch Schlafmäusen. Der kleine, sympathische Kerl mit der Zorro-Maske ist in manchen Regionen von Rheinland-Pfalz noch sehr häufig. Doch europaweit gehen seine Bestände dramatisch zurück. Woran das liegen könnte, versucht der BUND zusammen mit der Justus Liebig Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft heraus zu finden. Gleichzeitig lassen die Lebensräume des Gartenschläfers vermuten, dass sich verschiedene Unterarten entwickelt haben. Zum einen sind Gartenschläfer in Gärten und Streuobstwiesen - also oft in der Nähe des Menschen - zu finden. Zum anderen gibt es Bestände in Wälder, Blockschutthalden oder Bunkerruinen. Die ungeklärten Bestandsrückgänge und die Vielfalt seiner Lebensräume machen ihn zu einem wichtigen Symbol für die biologische Vielfalt in Deutschland – Grund genug für den BUND, sich für seine Erforschung und seinen Schutz einzusetzen.

Die Schilder, die auf dem Gelände der Alten Ziegelei aufgestellt werden, informieren u.a. über:

  • Wie unterscheiden sich Gartenschläfer, Haselmaus und Siebenschläfer?
  • Welche Spuren weisen auf das Vorkommen von Gartenschläfern hin? Typische Geräusche, Fraßspuren, Nutzer von Vogelnistkästen (Fotos unten).
  • Wie kann man der Schlafmaus helfen, um ihren Bestand zu sichern?
  • Wo kann man Hinweise auf den Gartenschläfer melden?

Spurensuche 2.0 – Wie leben Gartenschläfer?

Wiegen, Fellprobe und Fotos – Wir kommen den Gartenschläfern auf die Spur! Neu entwickelte Forschungsmethode – Dormouse Monitoring Systems (DoMoS) – Ein Gerät steht in Bretzenheim

Mit einem sogenannten Dormouse Monitoring System (DoMoS) wollen wir erforschen, wie viele Gartenschläfer zusammenwohnen, wie viele Jungen sie wann bekommen uvm. Man weiß kaum etwas darüber. In einem DoMoS findet sich je ein Futterschaft, eine Kamera, eine Waage sowie eine Haarentnahmestelle. Die Gartenschläfer gehen freiwillig rein und raus und werden automatisch beprobt – idealerweise ohne, dass sie es merken. Es gibt bisher 11 DoMoS in ganz Deutschland. Sie stehen an ganz unterschiedlichen Standorten: Wald, Streuobstwiesen, Weinberg und Siedlung. Die DoMoS sind von Prof. Dr. Thomas Haalboom und seinen Studierenden der DHBW Karlsruhe gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Senckenberg-Institut für Naturschutzgenetik entwickelt und gebaut worden. Damit erhoffen sich die Naturschützer*innen und Wissenschaftler*innen des Projekts Antworten, warum die Bestände des Gartenschläfers mancherorts drastisch eingebrochen sind – sie in anderen Regionen aber noch stabil scheinen. In einem zweiten Schritt soll das erworbene Wissen genutzt werden, um die Bestände durch Umsetzung von Schutzmaßnahmen zu stützen.
Umgesetzt wird diese neue Forschungsmethode gemeinsam mit engagierten Ehrenamtlichen, wie zum Beispiel BUND-Kreisgruppensprecherin Maren Goschke. In ihrem Garten in Mainz-Bretzenheim wurde eines der 11 DoMoS Anfang April aufgestellt. Dieses muss nun täglich kontrolliert und gewartet werden.

Bei Interesse kann ein Besichtigungstermin mit Pressevertreter*innen vor Ort vereinbart werden.
Bitte sprechen Sie uns an! Erste Daten liegen bereits vor.