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Kreisgruppe Mainz-Stadt

Gebt den Bauern ihre Würde zurück - Wie die Agrarwende gelingen kann

1. August 2019

Auf Einladung der BUNDjugend und des BUND Mainz wies der Bundesvorsitzende Dr. Hubert Weiger in seinem Vortrag Ende Juli in Mainz auf die Bedeutung der Landwirtschaft für zahlreiche aktuell relevante Themen hin: Klimaschutz, Schutz unserer Lebensgrundlagen "Boden-Trinkwasser-Luft", Tierwohl, Erhalt der Artenvielfalt, Ernährung und Gesunderhaltung der Bevölkerung. Wie Studien zeigen, beeinflusst die aktuelle Form der Landwirtschaft in Deutschland und in der EU die von ihr abhängigen Lebensräume negativ. Zugleich ist sie aber auch selbst von den negativen Auswirkungen der aktuellen Agrarpolitik betroffen. Stichwort Höfesterben: Die aktuelle Subventionspolitik der EU führt dazu, dass viele Bauern expandieren oder aufgeben müssen. Unbemerkt von der Bevölkerung wandelt sich die bäuerliche Landwirtschaft immer mehr zur industriellen Landwirtschaft mit Schweinehochhäusern, gülleverseuchtem Grundwasser, riesigen Ackerflächen mit leergeräumten Landschaften. Profiteure dieser Entwicklung sind Fondsgesellschaften, die eine industrielle Landwirtschaft unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung um jeden Preis betreiben, Agrarchemieunternehmen, die Pestizide und Düngemittel verkaufen und Futtermittelimporteure, die einen guten Absatzmarkt in der gewaltigen Fleischproduktion finden. Fleisch übrigens, das Deutschland in die Welt exportiert und damit regionale Märkte zerstört, während die bei uns verbleibende Gülle Böden, Trinkwasser und schließlich Meere mit Nitrat überlastet.

Diese Beispiele für Fehlentwicklungen können durch die aktuelle Überarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) korrigiert werden. Wenn sich die EU dafür entscheidet, Subventionen an öffentliche Leistungen wie Humusaufbau, Förderung der Artenvielfalt, Grundwasserschutz zu koppeln. Wenn es effektive Anreize für Öko-Landbau gibt. Wenn Tierhaltung nur in dem Maße betrieben wird, indem die Tiere auch durch die in Deutschland erzeugten Futtermittel ernährt werden. Die dabei anfallende Gülle würde dabei als Dünger in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Die positiven Auswirkungen dieser Agrarwende würden sich nicht nur auf die EU erstrecken, sondern auch auf weit entfernte Länder dieser Welt wie Brasilien, wo wertvoller Regenwald nicht für den Futtermittelanbau geopfert werden müsste. Leider sind viele andere Interessen mit im Spiel und nehmen Einfluss auf die Verhandlungen. Deshalb ist es wichtig, dass sich diejenigen zusammenschließen und jetzt ihren Willen klar äußern, die die Notwendigkeit einer Agrarwende erkannt haben: „einfache“ Bürger und Landwirte gemeinsam! Zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen und einer bäuerlichen Landwirtschaft, die förderlich auf ökologische Zusammenhänge einwirkt. Damit Landwirte wieder gesellschaftliche Anerkennung für ihre Arbeit erhalten, hinsichtlich unserer Ernährung und hinsichtlich des Erhalts und der Förderung unserer Lebensgrundlagen. Der BUND bietet dafür seine Unterstützung an.

Weitere Informationen: info(at)bundjugend-rlp.de, 06131-627060

Text: Anke Larro-Jacob, überarbeitet von Alexandra Stevens

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