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Kreisgruppe Mainz-Stadt

Der BUND Mainz lädt zum Brezelfest am 15. und 16. Juni in Mainz-Bretzenheim ein und informiert über Mauersegler, Gartenschläfer und Co.

13. Mai 2019

Gefährdung der Mauersegler und anderer Gebäudebrüter durch Renovierungsmaßnahmen: Wir kennen alle die schrillen Schreie, mit denen die Mauersegler mit den langen sichelförmigen Flügeln im Sommer bei ihren Flugspielen pfeilschnell im Pulk um die Häuser fliegen. Durch dieses auffällige Verhalten wirken die Vögel sehr präsent, aber tatsächlich sind die Bestände bedroht - hauptsächlich durch den Menschen. Mauersegler hatlten sich gerade einmal drei Monate, von Ende April/Anfang Mai bis Anfang August, bei uns auf. Sie haben nur diese drei Monate, um einen Nistplatz zu finden und ihre Jungen aufzuziehen. Ist der Frühling kalt und regnerisch bedeutet dies eine erhebliche Gefahr für die Brut. Die Mauersegler und ihre Nistplätze stehen ganzjährig unter Schutz, auch bei Abwesenheit der Vögel. Dies ist nötig, da sonst bereits bei kleineren Renovierungsmaßnahmen oft unabsichtlich Nistplätze verschlossen oder ganz entfernt werden. Da Mauersegler Koloniebrüter sind, gehen dabei meist gleich mehrere Nistplätze verloren. Daher muss vor solchen Arbeiten geklärt werden, ob Nistplätze bedroht sind. Es gibt viele Möglichkeiten, sie zu retten oder durch künstliche Nisthilfen zu ersetzen, ohne dass die Baumaßnahmen darunter leiden. Gefährdet sind nicht nur Mauersegler, sondern auch andere Gebäudebewohner wie Spatzen, Hausrotschwänze, Schwalben und Fledermäuse. Auch ihre Niststätten gehen bei Sanierungen in großem Maßstab verloren.
Der BUND Mainz bittet darum, Nistplätze von Gebäudebrütern an folgende Adresse zu melden: mauersegler-mainz(at)bund-rlp.de. Weitere Informationen zu Mauersegler und Co. unter: https://mainz.bund-rlp.de

Spurensuche Gartenschläfer: Der Gartenschläfer ist der kleine Verwandte des Siebenschläfers. Das Nagetier kommt aus der Familie der Bilche, ist etwa 15 cm groß (Körperlänge) und hat einen etwa 12 cm langen Schwanz. Nach einem ausgedehnten Winterschlaf ist der Gartenschläfer vor allem nachts aktiv, um nach Nahrung zu suchen. Er liebt Insekten, Würmer, Schnecken, Eier, Früchte, Samen und Knospen. Der Gartenschläfer ist als Kulturfolger in Gärten, Weinbergen und Streuobstgebieten vor allem in Rheinland-Pfalz noch häufiger zu finden. Vielfach fühlt er sich auch in Gebäuden wohl, was nicht immer auf Gegenliebe stößt. Ein harmonisches Zusammenleben ist dennoch möglich. Wenn Sie sicher sind, dass sich keine Tiere im Gebäude befinden, entfernen Sie Äste, die direkt am Haus ragen und verschließen Sie offene Stellen im Dachbereich. Stattdessen können Sie Nistkästen für die Bilche im Garten aufhängen. Die Schlafmaus mit der unverkennbaren "Zorro-Maske" gibt Wissenschaft und Naturschutz große Rätsel auf, denn aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist der Gartenschläfer spurlos verschwunden. In den vergangenen 30 Jahren ist sein Verbreitungsgebiet um mehr als die Hälfte geschrumpft. Warum, ist noch völlig unklar. Sein Vorkommen und die Gründe seines Verschwindens in vielen Regionen wird in dem bundesweiten Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ vom BUND, von der Justus-Liebig-Universität Gießen und von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersucht. Im Rahmen des Projekts werden bundesweit Meldungen zu Gartenschläfern erfasst, Nahrungsanalysen vorgenommen, Totfunde untersucht, Haarproben genetisch analysiert und vieles mehr. Aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen sollen gezielte Schutzmaßnahmen entwickelt und dann auch umgesetzt werden. Das Projekt wird aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie in Rheinland-Pfalz zusätzlich von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz aus Mitteln der Glücksspirale gefördert. Haben Sie einen Gartenschläfer gesehen? Möchten Sie das Projekt bei der Erforschung und beim Schutz unterstützen und eventuell Gartenschläfer-Funde melden? Eine Meldestelle und viele weitere Infos finden Sie unter www.gartenschlaefer.de oder schreiben Sie eine Mail an gartenschlaefer(at)bund-rlp.de. Auch die Aktiven des BUND Mainz unterstützen Sie gerne!

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der BUND Kreisgruppe Mainz-Stadt: Maren Goschke, maren.goschke(at)bund-rlp.de, https://mainz.bund-rlp.de

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