BUND Mainz fordert, die Pläne zur geplanten Bebauung der Draiser Senke zu stoppen

09.07.2025

Mit großer Besorgnis hat der BUND Mainz die Pläne der Mainzer Unimedizin und des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministeriums zur Bebauung der Draiser Senke zur Kenntnis genommen. Die Absicht, in diesem essenziellen Naherholungsgebiet ein großes Zentralgebäude und ein Logistikzentrum zu errichten, ist aus ökologischer Sicht schlichtweg verheerend und ein Schlag ins Gesicht für jeden, dem die Zukunft unserer Stadt am Herzen liegt.

Mainz ist bereits jetzt als eine der heißesten Städte Deutschlands bekannt. Dies ist eine direkte Folge des Klimawandels und der zunehmenden Versiegelung unserer Flächen. In dieser kritischen Situation ist es absolut unverantwortlich, eine weitere wichtige Frischluftschneise der Stadt zu beeinträchtigen.

Durch die Draiser Senke fließt die Kaltluft Richtung Bretzenheim ab und in heißen Sommern wird der Stadtteil mit der dringend benötigten kühlen Luft versorgt. Eine Bebauung hier würde diese natürliche Klimaanlage unwiederbringlich zerstören und die Hitzebelastung für die Mainzer Bevölkerung drastisch erhöhen. Zusätzlich ist zu bedenken, dass unversiegelter Boden sowohl CO2- als auch Wasserspeicher ist. Auch ist die Bebauung der Hanglage wegen der Hochwassergefahr bei Starkregen kritisch zu sehen. Trotzdem werden weiterhin Baugebiete "auf der grünen Wiese" geplant, Flächen für Biotechnologie in der Bretzenheimer Ebene, Wohngebiete nördlich von Ebersheim, die Aufzählung kann fortgesetzt werden.

Hinzu kommt, dass Mainz im Vergleich zu anderen deutschen Städten ohnehin über alarmierend wenige Grünflächen, auch als Naherholungsgebiet, verfügt. Die Draiser Senke ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil an Grünmasse und ein abwechslungsreiches, wertvolles Landschaftsbild und ist damit nicht nur eine grüne Lunge, sondern auch ein wertvoller Rückzugsort für Natur und Mensch. Sie bietet unzähligen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und ermöglicht unseren Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere Kindern, den so wichtigen direkten Kontakt zur Natur „vor der Haustür". Der Verlust dieses Gebiets wäre ein weiterer Schritt zur Zerstörung unserer Lebensqualität und unserer natürlichen Umwelt.

Einen weiteren Aspekt bringt Sabine Yacoub, die Landesvorsitzende des BUND ins Spiel: "Wir sind wirklich schockiert über diese Pläne. Die Draiser Senke ist ein wichtiges Gebiet für die Natur und den Menschen. Sie trägt dazu bei, etwas Abkühlung in Mainz zu schaffen, das ist schließlich auch ein wichtiger gesundheitlicher Aspekt."

Die Argumentation, Baurecht sei bereits vorhanden, mag juristisch relevant sein, darf aber nicht über die ökologische Realität hinwegtäuschen. Ein alter Beschluss aus den 90er-Jahren kann und darf nicht die Grundlage für eine solch weitreichende und umweltschädliche Entscheidung im Jahr 2025 sein. Die Stadt Mainz hat 2014 nicht umsonst beschlossen, dass auf dem Gelände der Draiser Senke nicht mehr gebaut werden soll. Diesem Beschluss muss in Zeiten des Klimawandels noch mehr Gewicht beigemessen werden.

Der BUND Mainz fordert die Unimedizin und das Wissenschaftsministerium auf, diese kurzsichtigen Pläne umgehend zu stoppen. Es müssen alternative Lösungen für die dringend notwendige Modernisierung der Unimedizin gesucht werden, die nicht auf Kosten unserer Umwelt und der Gesundheit der Mainzer Bevölkerung gehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Profit und Bequemlichkeit über den Schutz unserer Lebensgrundlagen gestellt werden.

Weitere Informationen: BUND Mainz, mainz.bund-rlp.de, Kreisgruppensprecherin Maren Goschke

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