Sie befinden sich hier:

Endlagersuche in Mainz am 11.9.2009

Wohin eigentlich mit dem ganzen Atommüll? Die Asse säuft ab, Gorleben scheint auch nicht so geeignet. Gleichzeitig wünschen manche Parteien eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.

Campact hat sich daher in Zusammenarbeit mit vielen anderen Initiativen und Vereinen, u.a. dem BUND, auf die Suche nach einem alternativen Endlager gemacht. Gesucht wurde z.B. in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, und am 11.9.2009 auch in Mainz.

Der Castor, für den ein Endlager in Mainz gesucht wurde

Da anscheinend niemand aus der Mainzer Bevölkerung die gute Gelegenheit nutzen wollte, einen Endlager-Platz im eigenen Vorgarten anzubieten, ist eine Gruppe von Wissenschaftlern, gefolgt von einem zu lagernden Castor, ausgeschwärmt und hat einige Mainzer Plätze daraufhin untersucht, ob sie als Endlager infragekommen.

Nach dem Bahnhofs- und dem Aliceplatz wurde der Münsterplatz genau untersucht.

WissenschaftlerInnen mit Geigerzählern auf dem Aliceplatz

Nach enttäuschenden Meßergebnissen am Neubrunnenplatz und auf der Kreuzung Große Bleiche/Bauhofstraße zog man Richtung Domus Universitatis weiter.

Michael Ullrich beim Messen der Hintergrundstrahlung.

Auch in Geschäften wurde nachgefragt, ob man den Castor vielleicht im Keller unterbringen könne. Oder wenigstens ein kleines Faß mit Atommüll? Fehlanzeige ...

Auch in diesem alteingesessenen Mainzer Fachgeschäft möchte man den Müll nicht.


Die Suche blieb also leider ergebnislos, ebenso die Probebohrung vor dem Domus Universitatis.


Also befragte man die lokale Politik. Bei dieser Diskussion waren CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke vertreten. Schön zu hören, daß alle Parteien für den Ausbau erneuerbarer Energien sind. Weniger schön, daß CDU, FDP und SPD die angeblich drohende Stromlücke durch eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bzw. den Neubau von Kohlekraftwerken schließen wollen. Daß diese Stromlücke wohl eher eine Stromlüge sei, diese Ansicht vertrat Tabea Rößner von Bündnis 90/Die Grünen und wurde dabei von Karl Voßkühler (Die Linke) unterstützt.

David Dietz (FDP), Gerd Schreiner (CDU), Christoph Bautz (Campact), Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), David Langner (SPD), Karl Voßkühler (Die Linke)

Vor der Diskussion hatte bereits BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Erwin Manz den richtigen Weg gewiesen: Energieeinsparung durch rationelle Energienutzung sowie Ausbau der Nutzung regenerativer Energien.

Für den Atommüll hat der BUND allerdings auch keinen Platz; deshalb ging die Endlagersuche am nächsten Tag in Frankfurt weiter ...

 

Dr. Erwin Manz bei seinem Statement


Ihre Spende hilft.

Suche

Metanavigation: