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Wilde Möhre, Kompass-Lattich und Kermesbeere

12. Juli 2017

Viele verschiedene Pflanzenarten auf BUND-Exkursion in der Mainzer Neustadt entdeckt

Welche Pflanzen wachsen zwischen den Häusern am Wegesrand und auf Plätzen in der Mainzer Neustadt? Welche Tiere leben und verstecken sich dort? Eine kleine Gruppe folgte der Einladung der BUND Kreisgruppe Mainz-Stadt, Pflanzen und Tiere im Rahmen des GEO-Tags der Natur zu bestimmen und zu dokumentieren.
Die von der Stiftung Natur und Umwelt RLP unterstützte Exkursion führte vom Gartenfeldplatz über die Frauenlobstraße zum Frauenlobplatz und weiter über die Wallaustraße zur Forsterstraße in den Gemeinschaftsgarten Gartenfeld. Unterwegs wurden viele wilde Kräuter und Pflanzen entdeckt, die sich in Straßenritzen, an Baumscheiben und in Beeten angesiedelt haben, wie beispielsweise Mäuse-Gerste, Gänsedistel, Große Brennnessel, Melde, Wegrauke, Schwarznessel, Schöllkraut, Horn-Sauerklee, Hirtentäschelkraut und die Wilde Möhre.
Kräuterexpertin Heidrun Kirschbaum erläuterte viel Wissenswertes über die einzelnen Pflanzen. So erzählte sie, dass Indianer den Breitwegerich auch als "Fußspuren des weißen Mannes" bezeichneten. Ursprünglich in Europa beheimatet kam er mit europäischen Siedlern nach Nordamerika und breitete sich dort aus. Seine Blätter werden in der Volksmedizin auch als "Blasenpflaster" verwendet, da der Saft eine kühlende Wirkung hat. Eine der Pflanzen, die in der Frauenlobstraße am Wegesrand wachsen, ist der Kompass-Lattich. Seine Blätter zeigen besonders an sonnigen Standorten nach Norden und Süden und stehen mit ihrer Fläche senkrecht zum Boden. So werden sie bei der Mittagssonne kaum bestrahlt und verdunsten wenig Wasser. In der Mainzer Neustadt breitet sich zunehmend die Kermesbeere aus. Der aus Asien stammende großblättrige Neophyt wird oft in Gärten angepflanzt. Die Kermesbeere erreicht eine Höhe von bis zu einem Meter und entwickelt blau-schwarze Beeren. Bei Vögeln sind die süßen Kermesbeerenfrüchte sehr beliebt und so sorgen sie auch für die Verbreitung der Pflanze.
Aufgrund der kühlen und nassen Witterung wurden nur sehr wenige Insekten, Vögel und andere Tiere in der Mainzer Neustadt entdeckt, darunter einige Ameisen, der Asiatische Marienkäfer, eine Bänderschnecke, ein Ohrwurm, Amseln und Tauben. Der für seine schrillen Schreie bekannte Mauersegler zeigte sich leider nicht. Die BUND-Aktiven konnten lediglich auf vorhandene Mauersegler-Nistplätze - zum Beispiel am Gartenfeldplatz - hinweisen, und die besondere Lebensweise und Gefährdungen der eleganten Flieger vorstellen. Dafür entdeckte die Gruppe drei Störche, die über die Neustadt flogen.
Mit frischem Kräuterquark und selbstgebackenem Brot sowie mit leckerem mit Kräutern und Holunderblütensirup aromatisierten Wasser fand die Bestandsaufnahme der Natur im Gemeinschaftsgarten "Gartenfeld" in der Forsterstraße einen schönen Abschluss.

Weitere Informationen: BUND Kreisgruppe Mainz-Stadt, Maren Goschke, m.goschke@geografin.de, mainz.bund-rlp.de



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