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Insektenvielfalt im Gemeinschaftsgarten "Gartenfeld"

13. Juni 2016

Ab Juni fliegt auch die Große Lehmwespe wieder

Insektenvielfalt in der Mainzer Neustadt? Wildbienen und Solitärwespen zwischen Hochhäusern und Straßen? Das gibt es und zwar in der Forsterstraße im Gemeinschaftsgarten "Gartenfeld". Ein Garten für Alle mit Beeten für Gemüse und Obst sowie Naturerlebnisräumen entsteht dort seit Ende 2012 auf Initiative des BUND Mainz in Kooperation mit der Stadt Mainz. In der Mehrzahl sind es junge Leute, vor allem Studenten, junge Familien und Bewohner mit bürgerlichem Hintergrund, die sich im Gemeinschaftsgarten engagieren. Einer von ihnen ist Jörg Steinkamp, der mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern von Anfang an dabei ist. Die gemeinschaftliche Gartenarbeit macht ihm Spaß. Aber er kommt auch so oft wie möglich in den Garten nur zum Fotografieren: "Am liebsten mache ich Makroaufnahmen von Insekten, Spinnen und Blüten", erzählt er. Zu seinem Erstaunen bekam er neben Wildbienenarten, Marienkäfern, Schmetterlingen und anderen Insekten auch viele verschiedene Wespenarten vor die Linse. Der Ruf der Wespe ist im Allgemeinen nicht so gut. Dies ist vor allem auf das Verhalten der staatenbildenen Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe zurückzuführen, die durch zuckerhaltige Lebensmittel und Grillfleisch angelockt werden. Oft legen sie auch ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten an den Tag. Im Gegensatz zu diesen sind die meisten solitär lebenden Wespenarten, und davon gibt es in Europa etwa 5000, friedlich. Bei diesen Arten baut und versorgt jedes Weibchen sein eigenes Nest. Sie legen ihre Eier einzeln in Gänge, versorgen sie mit Nahrung und verschließen den Brutraum. Die Wespen brauchen tierisches Eiweiß für die Aufzucht ihres Nachwuchses. Die Nahrung besteht aus Raupen, Maden, Käferlarven und vielen anderen Insekten. "Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung. Und das freut natürlich auch die Neustadtgärtner, die rein biologisch gärtnern", lacht Alexandra Stevens vom BUND Mainz. "Ab Juni fliegt jetzt auch wieder die Große Lehmwespe." Diese etwa zwei Zentimeter große Solitärwespe ist schwarz und teilweise dunkelrot gefärbt, ihr Hinterleib trägt breite, gelbe Binden. Sie besiedelt gerne sonnige und warme Siedlungsbereiche des Menschen und kommt daher inmitten von Städten vor. So auch im Gemeinschaftsgarten "Gartenfeld". Nicht nur die Große Lehmwespe, sondern auch viele andere Wespenarten, wie Feld-, Grab-, Sand- und Knotenwespen, finden hier einen geeigneten Lebensraum zum Nisten und genügend Nahrung für den Nachwuchs. Die ausgewachsenen Wespen versorgen sich selbst zum großen Teil mit Blütennektar. Die Gärtnerinnen und Gärtner pflanzen deshalb nicht nur Obst und Gemüse an, sondern säen auch bienen- und insektenfreundliche Blumenpflanzen zwischen die Beete, wie zum Beispiel Phacelia, auch Bienenfreund genannt und Ringelblumen.

Weitere Informationen:

  • Planungstreffen der Gartenaktiven jeden 2. Dienstag im Monat um 18 Uhr im Büro des Quartiermanagement der Sozialen Stadt in der Sömmeringstraße 12
  • Gemeinsame aktive Gartenarbeit im Sommer zweimal in der Woche: samstags ab 15 Uhr, mittwochs ab 17 Uhr


Weitere Informationen unter www.gartenfeld-mainz.de

Kontakt und weitere Informationen: BUND Kreisgruppe Mainz-Stadt, Alexandra Stevens, a.stevens@bund-rlp.de, mainz.bund-rlp.de



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