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GEO-Tag der Artenvielfalt mit der BUND/NABU-Kindergruppe

26. Juni 2015

Ameisen-Sackhüpfer, Blutströpfchen, Seidenbiene und Co.

Grashüpfer, Ameisen, Schmetterlinge, Bienen, Wanzen und Käfer. So weit so gut, aber wie heißen die gefangenen Insekten denn nun ganz genau? Die Kinder der "BUND/NABU-Kindergruppe Alte Ziegelei" und ihre Gäste bestimmten anlässlich des 17. GEO-Tages die Artenvielfalt der Tiere auf dem Gelände der Alten Ziegelei. Mit Becherlupen, Bestimmungsbüchern und Ferngläsern ausgestattet, suchten die Kinder in drei Gruppen nach Insekten, Vögeln und Tierspuren. Ein rötlich-orange gefärbter Käfer, der sichtlich kein Marienkäfer sein konnte, wurde aufmerksam betrachtet. "Das ist ein Ameisen-Sackkäfer!", rief Maren Goschke, die die Kindergruppe zusammen mit Bettina Sander leitet. Sie wusste Interessantes über diesen Käfer zu berichten. Das Weibchen legt die mit Kot beklebten Eier in der Nähe eines Ameisenhaufens ab, wo sie von Ameisen ins Nest getragen werden. Dort schlüpfen die Käferlarven, die sich mit ihren Ausscheidungen umhüllen und so vor Angriffen der Ameisen im sogenannten Kotsack (daher der Name Sackkäfer) schützen. Die Kinder erfuhren, dass sich die Käferlarven hauptsächlich von der Ameisenbrut ernähren. Fasziniert wurde auch das Paarungsverhalten des Blutströpfchens beobachtet, ein Schmetterling aus der Familie der Widderchen. Die etwas gebogenen und verdickten Fühler (Widderchen) und die roten Flecken (Blutströpfchen) haben dieser Schmetterlingsfamilie ihren Namen gegeben. Auch eine Seidenbiene wurde mit der Becherlupe eingefangen. Die etwa 8 mm große Wildbiene legt ihre Eier einzeln in selbst gegrabene Gänge in den Lehmboden. Jede Brutzelle wird außerdem mit einem Nektar-Pollen-Gemisch versorgt. Die Brutzellen beschmiert die Seidenbiene mit einem Drüsensekret, so dass eine seidenartige Auskleidung entsteht. Daher kommt der Name Seidenbiene. Selbstverständlich wurden alle gefangenen Tiere nach ausgiebiger Betrachtung und Bestimmung wieder freigelassen. Die Kinder der Vogelgruppe beobachteten die Vögel meist nur aus der Ferne. Unter Anleitung von Laura Birkmann erspähten sie mit ihren Ferngläsern Schwalben, Falken und Tauben. "Amsel, Kohlmeise und Elster haben wir eindeutig an ihrem Gesang unterschieden", berichteten die Kinder. "Spiel, Spaß und Erleben in der Natur stehen bei uns im Vordergrund", erklärt Goschke. "Nebenbei lernen sie verschiedene Tierarten kennen und erfahren viel Wissenswertes über ihre Lebensweise", ergänzt sie. Die Kinder der "Tierspuren-Gruppe" wurde übrigens auch fündig. Stolz zeigten sie Knochen eines Kaninchens. "Ich finde hier eigentlich immer irgendwelche Knochen", erzählt der 10-jährige Theo, der regelmäßig zu den Treffen der BUND/NABU-Kindergruppe in die Alte Ziegelei in Mainz-Bretzenheim kommt. Diese finden jeden zweiten Freitagnachmittag von 15 bis 17:30 Uhr statt. Es sind noch einige wenige Plätze für Kinder im Grundschulalter frei. Übrigens: Am Schluss erhielt jedes Kind eine Teilnahme-Urkunde zum GEO-Tag der Artenvielfalt, ein Wiesennotizbüchlein und einen BUND-Schmetterlingsflyer.

Weitere Informationen: Maren Goschke, BUND Mainz, kindergruppe@geografin.de, mainz.bund-rlp.de



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